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Die Kunst der frühen Christen in Syrien

Landesmuseum Natur und Mensch - Oldenburg
19. Sep 2008 bis 25. Jan 2009

Syriens Beitrag zur Entwicklung der christlichen Kunst. Mit dieser Sonderausstellung widmet sich das Landesmuseum Oldenburg einem wichtigen Aspekt der internationalen Archäologie und Geschichte: Syrien als Knotenpunkt der Kulturen und der Begegnung von Orient und Okzident im Mittelmeerraum.



Die internationale Sonderausstellung
foto-landesmuseum_oldenburg.jpg„Die Kunst der frühen Christen in Syrien" ist eine Sonderausstellung, die sich dem frühchristlichen Kunsthandwerk Syrien in der Zeit der byzantinischen Herrschaft vom 4. bis zum 7. Jahrhundert widmet. Mit einem zusätzlichen Ausblick auf die weitere Entwicklung bis zum 10./11. Jahrhundert umfasst sie Themengebiete wie beispielsweise Goldschmiedekunst, Sakralarchitektur oder Glas- und Keramikhandwerk.

Kunstvolle Objekte stehen dabei ebenso im Vordergrund wie Gegenstände des alltäglichen Lebens. Erzeugnisse des Kunsthandwerks sind Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen, die Syrien mit der Ausbreitung des Christentums, in der Zeit der byzantinischen Herrschaft und nach der arabischen Eroberung erlebte. Darüber hinaus zeigen die Exponate Aspekte der syrischen Handwerkstradition, die zur Entwicklung der christlich-byzantinischen Kunst beigetragen haben. Verziert mit Zeichen, Bildern und Symbolen geben sie Einblicke in die Entwicklung der syrischen Kultur in einer Zeit, als das Christentum zur Staatsreligion des Kaiserreichs von Byzanz wurde, zu dem Syrien gehörte.

Ein internationales Projekt
Die Sonderausstellung „Die Kunst der frühen Christen in Syrien" präsentiert etwa 170 Objekte aus den Nationalmuseen in Damaskus und Aleppo, die um weitere Exponate aus bedeutenden deutschen Sammlungen in Berlin und München ergänzt werden.

Die Ausstellung ist vom 19. September 2008 bis zum 25. Januar 2009 im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg zu sehen.

Mit dieser Sonderausstellung widmet sich das Landesmuseum erneut einem wichtigen Aspekt der internationalen Archäologie und Geschichte: Syrien als Knotenpunkt der Kulturen und der Begegnung von Orient und Okzident im Mittelmeerraum. Mit diesem Thema setzt das Landesmuseum die Reihe erfolgreicher Ausstellung wie „Damaskus und Aleppo. 5000 Jahre Stadtentwicklung in Syrien", „Saladin und die Kreuzfahrer" oder „Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Welt und Kultur des Mittelmeerraums" fort.

Projektleitung:
Prof. Dr. Mamoun Fansa
Leitender Museumsdirektor Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Wissenschaftliche Bearbeitung:
Dr. Beate Bollmann, Oldenburg

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Tilo Ulbert, ehem. Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts Damaskus und Madrid

Themen der Ausstellung:

Die Zeit vor Byzanz
Prägend für die Kulturgeschichte Syriens ist seit Jahrtausenden die geografische Lage des Landes. Vor den byzantinischen Kaisern ist es die römische Herrschaft, deren Einfluss in Syrien neben der einheimisch-semitischen Tradition deutlich erkennbar ist. Hinzu kommen ägyptische und persische Elemente, die bereits lange auf diese Region einwirken und ihre kulturelle Vielfalt mit prägen.

klein_-qalb_lozeh_du_sud_est.jpgWirtschaftliche Faktoren machen Syrien darüber hinaus zu einem profitablen Zentrum. Zum einen sind es die sehr fruchtbaren Gebiete - entgegen dem heutigen Aussehen der Landschaft -, die vor allem den Süden des Landes zu einer der wichtigsten Kornkammern des Römischen Reiches werden ließen. Zum anderen gilt es als Kontenpunkt der Karawanen, die auf ihren Routen aus dem Fernen Osten über Syrien in den Mittelmeerraum gelangten. So entstanden bedeutende urbane Zentren am Euphrat sowie an den Handelsrouten durch die Wüste, zu denen etwa Palmyra und Dura Europos zählten.

Christliches Kunsthandwerk
Auf der Basis der alten griechisch-römisch geprägten Handwerkstraditionen und -techniken entwickelte sich ein byzantinisches Kunsthandwerk, das in seiner Formensprache aus der griechisch-römischen Überlieferung schöpfte und diese mit neuen christlichen Symbolen, aber auch mit dekorativen Konzepten aus der arabischen Tradition verband.

klein-llampe-ton-syrien_5.7._jh.jpgDie Kunst der Handwerker ist facettenreich: Glasbläser, Töpfer, Goldschmiede und Steinmetze schufen Arbeiten, die dekorative Elemente der arabischen Kultur in Kombination mit den Zeichen und Bildern des Christentums bringen. Diese fanden nun Eingang in alle Bereiche des Lebens und erscheinen auf vielen Alltagsgegenständen.

Siedlungen und Kirchen
Bevölkerungszuwachs führte die ländlichen Regionen Syriens in wirtschaftlicher Hinsicht in eine Blütezeit. Im Kalksteinmassiv im Nordwesten des Landes entstanden viele neue Ortschaften - florierende Landwirtschaft sowie der Export von Olivenöl führte zu beträchtlichem Wohlstand der Einwohner dieser Region. In dieser Zeit wurden Kirchen und Klöster zu den zentralen „Knotenpunkten" des öffentlichen und sozialen Lebens. Sie prägten das Bild der Siedlungen.

Die aufwändigen Gebäude reflektieren die Kirchenarchitektur jener Zeit; man experimentierte mit verschiedenen Formen wie z. B. der Weitarkadenbasilika oder Zentralbauten.

Der Innenbereich der Sakralbauten erhielt durch brennende Öllampen, rauchende Weihrauchfässer und christliche Bilder sowie Symbole die für das byzantinische Christentum typische mystische Atmosphäre.

Heilige und Märtyrer
„Den wenn aus hartem Fels in der Wüste Wasser quoll, [...] ist es dann unglaublich, dass aus Märtyrerreliquien wohlriechendes Öl quelle?" So ist es in dem Werk De fide ortodoxa (4, 15) von Johannes von Damaskus zu lesen.

'klein-_ruchergef-_bronze-syrien_5.-7._jh.jpgHeiligenverehrung, Mönchs- und Asketentum waren in Syrien sehr ausgeprägt. An den Gräbern und Wirkungsstätten von Märtyrern und Heiligen wurden prachtvolle Kirchen errichtet, die sich zu großen Zentren für Pilger und Wanderer entwickelten. Zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten gehört unter anderem das Kloster des Hl. Symeon Stylites in Qalaat Seman oder die Wüstenstadt Resafa, bekannt als Ort des Martyriums des Hl. Sergius. Zahllose Pilger suchten hier Trost und Heil durch die Berührung der Reliquien und Mitnahme von geweihten Andenken.

Kulturkontakt - Kulturentwicklung
Die Eroberung durch arabische Stämme in den Jahren 634 - 636 bedeutete das Ende der byzantinischen Herrschaft, aber nicht des Christentums in dieser Region. Bis heute gibt es in Syrien neben der überwiegend muslimischen Bevölkerung eine starke christliche Minderheit, deren Wurzeln bis in die frühchristlichen Anfänge zurückreichen. Das Fortleben des Christentums und die Weiterentwicklung vieler handwerklicher Traditionen verdeutlichen ausgewählte Objekte aus der Zeit bis zum 12. Jahrhundert.

Die Alltagskultur, das wirtschaftliche, soziale wie kulturelle Leben änderte sich trotz dieser „schnellen", zwei Jahre andauernden Eroberung jedoch nur allmählich. Das Christentum lebte fort, Kirchen und Klöster blieben weitgehend bestehen - die letzten Hinweise auf die Errichtung neuer Sakralbauten sind für das 9./10. Jahrhundert zu belegen. All das geschieht neben dem sich schnell unter der Bevölkerung ausbreitenden Islam.

Lediglich ein wirtschaftlicher Niedergang ist auf dem Lande zu verzeichnen und ursächlich auf die veränderten Rahmenbedingungen der Siedlungen und Kontakt zum Mittelmeerraum zurückzuführen. Die für Syrien typischen Handwerkskünste, die im Besonderen die Keramik- und Glasherstellung sowie die Goldschmiedekunst umfassen, entwickelten sich in eigenständiger Weise weiter und trugen damit entscheidend zur Ausprägung der umayyadischen Kultur bei.

Hörstationen, interaktive Besucherterminal und Filmbeiträge bieten den Besuchern einen abwechslungsreichen Rundgang durch diese Ausstellung.

Begleitend zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog im Verlag Philipp von Zabern erschienen und für 24,90 auch im Museum erhältlich.

Ein durchgehend farbiger Kurzführer beinhaltet Informationen zu den Themenschwerpunkten und zeigt zahlreiche besondere Exponate der Ausstellung. Er ist zum Preis von 3,50 € im Museum, im webshop oder im Buchhandel erhältlich.

Das Begleitprogramm:

Das umfangreiche Begleitprogramm reicht von einer Vortragsreihe, über Gottesdienste bis hin zu einem Konzert - das besondere Highlight am Samstag, den 20. September 2008 um 20:00 Uhr: der Auftritt der Syrian Big Band!

Mit den Vorträgen renommierter Fachkollegen werden verschiedene Aspekte z. B. des Reiches Byzanz, der arabischen Eroberung des syrischen Raums, der Situation der Christen im Mittelalter, aber auch die Christianisierung Nordwestdeutschlands und die Christen im Nahen Osten heute beleuchtet. Sie richten sich an den interessierten Laien, der auch ohne Vorkenntnisse schnell für die Themen zu begeistern sein wird.

Gottesdienste direkt in der Ausstellung, ein spezielles Kocherlebnis am Sonntag, den 26. Oktober und nicht zuletzt das abwechslungsreiche Angebot in der Nacht der Museen ermöglichen den Besuchern einen facettenreichen Zugang zum Thema. Sonderausstellung und Begleitprogramm schaffen neue Blickwinkel auf die christliche Religion gestern wie heute.

... und außerdem:

Sie möchten noch mehr erfahren? Buchen Sie eine Führung oder unternehmen Sie einen Rundgang mit einer Hörführung! Informationen unter: www.syrien.naturundmensch.de

Buchungen nehmen wir entgegen unter Tel.: 0441/9244-306.


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Pressekontakt:
Corinna Endlich M.A. 
Landesmuseum Natur und Mensch
Damm 38-44
26135 Oldenburg                                                     

Tel.: 0441/9244-323
Fax: 0441/9244-399
Mail: corinna.endlich@naturundmensch.de

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