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Israelische Soldaten prangern Gaza-Einsatz an. Entüllungen über die Kriegsverbrechen in Gaza
Was Soldaten vom Einsatz berichten, entsetzt das Land: Wahlloses Töten und mutwillige Zerstörung waren Kriegsalltag. Die Soldaten benutzten Kinder als Schutzschilder und töteten wahlos Zivilisten.


Der Fehler der alten Frau war, dass sie ihr Haus verließ. Als die Palästinenserin eine Straße überquerte, zog ein israelischer Soldat seinen Abzug durch. Er traf die Frau tödlich. Der Schütze war 100 Meter von seinem Opfer entfernt, in einer sicheren Stellung. Ein Offizier hatte den Todesschuss befohlen. Jeder Palästinenser, der sich noch in der Innenstadt von Gaza aufhalte, sei ein Terrorist. "Kaltblütiger Mord", nennt ein Kommandant der israelischen Armee das heute. Ein anderer hoher Offizier berichtet von einem Scharfschützen, der eine Mutter und ihre beiden Kinder erschoss – der Reihe nach. Sie hatten eine Linie überquert, die der Soldat sichern sollte. "Ich glaube nicht, dass er sich besonders schlecht fühlte, weil er aus seiner Sicht nur nach seinen Vorschriften handelte", sagte der Offizier.

neues_bild_29.jpgRache für den Raketenbeschuss aus den Palästinensergebieten, Bestrafung der Terroristen, Sicherheit für die jüdischen Siedlungen – die Öffentlichkeit in Israel erwartete von ihren Soldaten einen harten Schlag gegen Hamas und andere palästinensische Organisationen, als das Heer in den Gaza-Steifen einrückte. Journalisten und Vertreter von Hilfsorganisationen durften nicht in das Kampfgebiet hinein, ausländische Beobachter gab es nicht. Die israelischen Streitkräfte schlugen hart und unbeobachtet zu.

Kampfjets bombardierten Wohnviertel, in denen Hamas Waffenlager und Kasernen unterhielt, die Bomben trafen auch Einrichtungen der Vereinten Nationen. Hubschrauber feuerten auf Lastwagen, die Güter für die Extremisten transportiert haben sollen, sie zerstörten aber auch Fahrzeuge von Hilfsorganisationen. Kriegsschiffe schossen Raketen ab, die nicht nur die militärischen Ziele ausschalteten. Kliniken wurden in Trümmer gelegt, ein Presse-Hochhaus getroffen. Nach Angaben der palästinensischen Menschenrechtsorganisation Palestinian Centre for Human Rights (PCHR) seien 960 Zivilisten während der israelischen Militärschläge gestorben.

gaza_kinder.jpgWochen nach dem Krieg und dem anschließenden Wahlkampf debattiert Israel nun über den Einsatz. Die Aussagen von einigen Veteranen schockieren das Land, das aus der Vergangenheit viele militärische Konflikte mit den arabischen Nachbarstaaten kennt. Doch so offen berichteten die Soldaten wohl noch nie über Kriegsverbrechen ihrer Kameraden. Im Kampf gegen die Terroristen fiel bei vielen Soldaten jegliche Hemmschwelle, Moral und Menschlichkeit hatten keinen Platz im Straßenkampf gegen einen unsichtbaren Feind.

Bereits während der Kampfhandlungen hatten die Vereinten Nationen mögliche Kriegsverbrechen der israelischen Armee kritisiert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte bei einem Besuch in Gaza-Stadt, dass die Verantwortlichen für die Angriffe auf Gebäude der Vereinten Nationen  zur Rechenschaft gezogen werden. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International prangerten die Verwendung von Phosphorbomben und Splittergeschossen an. Israels Armee hatte Kriegsverbrechen stets bestritten.

Quelle: Die Zeit - Weitere Details

Israelis benutzten Kind als Schutzschild

neues_bild_28.jpgAls israelische Soldaten während des Gaza-Krieg in ein Stadtviertel von Gaza-Stadt einrücken wollten, wurden sie beschossen. Zum Schutz schickten die Soldaten einen palästinensischen Jungen als menschlichen Schutzschild voraus - eine massive Menschenrechtsverletzung, die die Vereinten Nationen Israel vorwerfen. Und es ist nicht die einzige.

Israelische Soldaten haben laut einem Bericht von UN-Menschenrechtsexperten im Gaza-Krieg einen elf Jahre alten Palästinenser als menschliches Schutzschild missbraucht. Der Vorfall stelle einen klaren Bruch israelischen und internationalen Rechts dar, sagte die UN-Gesandte zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, am Montag.

Der 43 Seiten umfassende Untersuchungsbericht zum Gaza-Krieg führe noch viele weitere dokumentierte Menschenrechtsverletzungen auf, sagte Coomaraswamy. Der Fall des elfjährigen Jungen, der sich am 15. Januar ereignet haben soll, scheint aber besonders schockierend zu sein: Israelische Soldaten zwangen den jungen Palästinenser laut dem UN-Bericht vor ihnen herzulaufen, während sie in das Viertel Tel al Halwa von Gaza-Stadt vorrückten, von wo auf sie geschossen wurde. Zudem zwangen sie den Jungen, vor ihnen in Gebäude zu gehen. Die diplomatische Vertretung Israels in Genf erklärte, die Vorwürfe würden geprüft. Man werde dazu kurzfristig vor dem UN-Menschenrechtsrat Stellung nehmen.

Hunderte Menschenrechtsverletzungen

In dem Bericht wird den israelischen Streitkräften auch vorgeworfen, ein Haus niedergerissen zu haben, in dem noch eine Frau und ein Kind ausharrten. Außerdem sollen Soldaten gezielt Kinder erschossen haben. In einem anderen Fall beschossen die Streitkräfte demnach ein Gebäude, das sie noch tags zuvor als Schutzunterkunft angepriesen hatten. Die Liste stelle nur „einige wenige Beispiele von hunderten Zwischenfällen dar“, die von UN-Mitarbeitern vor Ort dokumentiert und überprüft worden seien, sagte Coomaraswamy. Der UN-Bericht fordert Israel zugleich auf, die Blockade des Gaza-Streifens zu beenden.

Quelle und weitere Details: Stern-Online

Weitere Links zu diesem Thema:

- War Crime: Enthüllungen eines israelischen Soldaten
- Dosier: Einsatz verbotener Waffen in Gaza
- Uno Bericht - Schokierende Details
- Die Ethnische Säuberung in Palästina

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