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Kommentar zum Minarettverbot in der Schweiz Drucken E-Mail
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... uns nicht fürchten vor den Minaretten!

Kommentar von Rebekka Salm

Jetzt haben wir Schweizer es euch anderen Europäern aber so richtig gezeigt. Fortwährend habt ihr uns belächelt und an uns rumgekrittelt, wir seien beim Setzen von politischen Meilensteinen immer einen Schritt hinter allen anderen zurück.

Das Frauenstimmrecht erst im Jahr 1971 eingeführt, den Vereinten erst 2002 beigetreten – und der Europäischen Union verwehren wir uns nach wie vor erfolgreich.



Jetzt haben wir Schweizer es euch anderen Europäern aber so richtig gezeigt. Fortwährend habt ihr uns belächelt und an uns rumgekrittelt, wir seien beim Setzen von politischen Meilensteinen immer einen Schritt hinter allen anderen zurück. Das Frauenstimmrecht erst im Jahr 1971 eingeführt, den Vereinten erst 2002 beigetreten – und der Europäischen Union verwehren wir uns nach wie vor erfolgreich.

Doch seit letztem Sonntag bleibt euch der Spott im Halse stecken. Schließlich haben wir etwas bewerkstelligt, was noch kein anderer europäischer Staat vollbracht hat: Wir Schweizer haben den Bau von Minaretten in unserem schönen Land vollständig verboten.

Dieser Schritt war dringend nötig, standen bereits vier dieser islamischen Machtsymbole auf Schweizer Grund und Boden. Mögen auch nur eine Minderheit der Eidgenossen diese Leuchttürme des Dschihad je in natura zu Gesicht bekommen haben, ist sich doch die Mehrheit der mannigfaltigen Gefahren bewusst geworden, die von den schlanken Türmen ausgehen. Mit einsilbigen Schlagworten und eingängiger Bildsprache hat das Initiativkomitee der »Schweizerischen Volkspartei« und der »Eidgenössisch-Demokratischen Union« dem arglosen Bürger den direkten Zusammenhang zwischen Mädchenbeschneidung, Zwangsehen, blutrünstiger Scharia-Justiz und eben Minaretten erfolgreich erläutert.


Die bestechende Logik daraus: Mit dem Verbot von Minaretten stoppen wir erfolgreich die schleichende Islamisierung des Landes. Mit einer für alle Seiten überraschend hohen Stimmbeteiligung votierten wir Eidgenossen in der Volksabstimmung von letztem Sonntag mit 57.5 Prozent gegen eine Vermehrung dieser Speerspitzen der Scharia. Und so geht nun ein für jeden Intellekt verständlicher Artikel in die Schweizer Bundesverfassung ein: »Der Bau von Minaretten ist verboten«.

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 “Der Himmel über der Schweiz ist gross genug.
Nein zur Intoleranz. Nein zur Minarettverbots-Initiative.

 

Wir Eidgenossen sind besonders stolz darauf, dass wir, als Souverän und somit höchste Instanz im Lande, alle Mutmaßungen und Hochrechnungen zum Ausgang der Abstimmung genarrt haben. Demoskopische Orakel weissagten noch zwei Wochen vor der Abstimmung, nur 37 Prozent der Schweizer würden die Initiative gutheißen. Bedenkt man dabei, dass die Stimmberechtigten bis dato gut 90 Prozent der ihnen vorgelegten Volksbegehren abgelehnt hatten, ist der Erfolg um so höher zu bewerten.

Das Schönste an den verbotenen Minaretten ist, dass wir Schweizer, die wir oft ein Dasein als belächelte und einsame Insulaner in Europa fristen mussten, nun ganz viele neue Freunde gewonnen haben. Da wäre der Niederländer Geert Wilders, Vorsitzender der angeblich »rechtspopulistischen« »Partei für die Freiheit«. Der bekennende Islamgegner bezeichnete gegenüber dem Tessiner Radio RSI das Minarett-Verbot als »Sup’r-Nachricht«. Der österreichische »Freiheitlichen«-Chef Heinz-Christian Strache hatte dem Votum der Nachbarn bereits am Sonntagnachmittag »Vorbildwirkung« bescheinigt. Die deutschen »Republikaner« wollen uns tatsächlich nacheifern und ein europaweites Bürgerbegehren für ein Minarett-Verbot anstreben. Und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi begrüßte offen den Abstimmungsausgang – gewiss froh darüber, dass die ungerechte Journaille sich einmal nicht über ihn das Lästermaul zerreißt.

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 Kirchen und Moscheen in Syrien nebeneinander. Eine selbstverständlichkeit! 

Ach, wie sie jammern und sich schämen, die Handvoll unterlegener Gegner des Minarett-Verbots! Sie heulen, die Schweiz verliere durch diesen angeblich peinlichen Verfassungsartikel an internationalem Ansehen! Und ganz dreiste Islamophile wagen gar zu behaupten, ein Bauverbot für Minarette verstoße gegen die Grundrechte der Religionsfreiheit – konkret gegen den Artikel neun der Europäischen Menschenrechtskonvention. Sie glauben tatsächlich, zu dieser Freiheit gehöre es auch, sich mit einem äußeren Symbol, wie einem Minarett, öffentlich zu einer Religion bekennen zu dürfen. Und so schwadronieren sie weiter: Wer künftig am Bau eines Minaretts gehindert werde, könne den Entscheid bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anfechten. Der Schweiz drohen im schlechtesten Fall Sanktionen bis zum Ausschluss aus der edlen Tafelrunde des Europarats. Sei’s drum!

Keine Angst ihr Freunde und Bewunderer! Silvio, Heinz-Christian, Geert! Wir lassen uns durch solcherlei Bagatellen nicht von unserem Erfolgskurs abbringen! Toni Brunner, der Präsident der »Schweizerischen Volkspartei«, hat bereits verlauten lassen, dass die Schweiz weitere hochgesteckte Ziele verfolgen wird, und will an den Abstimmungserfolg von letztem Sonntag anknüpfen. Auf der Agenda stehen etwa ein Kopftuchverbot am Arbeitsplatz und die Rücknahme der Befreiung vom Schwimmunterricht. Auch die bei Schweizer Musliminnen so beliebte Burka muss weg – sei sie auch noch so selten zu sehen!

Wer uns nun Ausländerfeindlichkeit oder Islamophobie vorwirft, der irrt: Unsere Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kommentierte direkt nach dem Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses, dass das »Ja« zum Minarettverbot keine Absage an die Gemeinschaft der Muslime, ihre Religion und Kultur sei. Schließlich betreffe der neue Verfassungsartikel »nur« Minarette. Na also! Hätten wir was gegen die Muslime per se, würden wir selbstverständlich mit Hilfe einer Volksabstimmung die Kebab-Buden verbieten! Der direkte Zusammenhang ist ja wohl für jeden ersichtlich, od'r?

Quelle: zenithonline 

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