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Hoffnung für die kleine Rafah
ihr Schutzengel kommt aus Berlin
Die achtjährige Rafah Reslan ist ein hübsches und munteres Kind. Sie malt gern, liebt die ein oder andere Sendung im syrischen Kinderfernsehen und ist gut in der Schule. Nur ihre Eltern wissen, dass sie vom Tod bedroht ist. Rafah, die in Damaskus lebt, hatte fünf Schwestern, die an einer Nierenerkrankung gestorben sind. Das gleiche Schicksal droht der Achtjährigen, wenn sie keine Hilfe bekommt.
Die Berlinerin Frau Stefanie Lorenz hat vom Schiksal der kleinen Rafah erfahren und sich dafür eingesetzt, dass sie in Deutschland behandelt wird, mit Erfolg.
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„Danke schön“ sagt die kleine Rafah leise, setzt ihr strahlendstes Lächeln auf und winkt dem Fotografen zum Abschied schüchtern hinterher.
„Danke schön und ,bitte schön hat Rafah in der Klinik gelernt“, erklärt ihr Onkel Mohamed Reslan beim Herausgehen. Es sind die einzigen Wörter in deutsch, die das achtjährige Mädchen kennt. In ihrer Heimat Damaskus spricht die Kleine arabisch.
Es wird wohl noch einige Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, bis Rafah zurück nach Syrien kann. Die Kleine erholt sich bei ihrem Onkel Mohamed von einer schweren neunstündigen Nierenoperation in der Universitätsklinik Mainz. Prof. Dr. Joachim W. Thüroff, ein weltweit anerkannter Experte auf dem Gebiet, hat Rafah kostenlos operiert. Ohne diesen Eingriff wäre sie gestorben. Für zwei ihrer Geschwister gab es zuvor keine Rettung. . .

Rafah Reslan und Mutter Faise hoffen darauf, noch bis zur Heilung
von der Leberentzündung in Borghorst bleiben zu können.Foto: (ar)
© Bocholter-Borkener Volksblatt
Dass Rafah heute ohne Schmerzen zusammen mit ihren vier Cousins und Cousinen durch die Wohnung in Ostendorf tollen kann, daran hat Stefanie Lorenz großen Anteil. Die Wahl-Berlinerin lebte bis vor vier Jahren in Borghorst und ist mit der Frau von Mohamed Reslan eng befreundet. Als sie im vergangenen Jahr bei einem Besuch in Borghorst vom Schicksal des Mädchens erfuhr, beschloss sie: „Da müssen wir was tun.“
Stefanie Lorenz telefonierte mit unzähligen Stiftungen, Krankenhäusern, Wohltätigkeitsorganisationen. Ohne Erfolg. „Dann kam mir die Idee, nach einer Stiftung zu suchen, die sich mit Nierenkrankheiten beschäftigt.“ Von da an war der Weg über die Deutsche Stiftung Niere und Harnwege zu Professor Thüroff nicht mehr weit.
„Es folgten viele Telefonate, neue Unterlagen mit Röntgenbildern, Ultraschall und Blutwerten mussten erstellt werden“, erinnert sich die entschlossene Helferin. Mitte Dezember war es endlich so weit. Der Operationstermin in Mainz war auf den 21. Januar festgesetzt worden.
„Dann begann der Stress aber erst richtig“, muss Stefanie Lorenz heute über Hektik bis zur Operation lachen. Angefangen vom Visum für Rafah und Mutter Bese, über Versicherung, Flug und Einladung der Klinik bis hin zu weiteren medizinischen Unterlagen. Ein riesiger Wust von bürokratischen Hindernissen musste trotz der spontanen Hilfszusage der Stiftung abgetragen werden.

Frau Stefanie Lorenz aus Berlin setzte sich für Rafah ein
und wurde damit zu ihrem Schutzengel.
Hilfe gab es dabei aus Borghorst. Brigitte Frie vom gleichnamigen Reisebüro ergriff nach einem Telefonat mit Stefanie Lorenz die Initiative und kümmerte sich um die Flüge von Damaskus nach Deutschland. „Wie eine Fügung des Himmels“ kam es ihr dann vor, als sie beim ersten Blick in den Computer zwei preiswerte Flüge ergattern konnte. Ohne zu zögern ging sie dabei auch finanziell in Vorleistung. „Das Schicksal der Kleinen hat mich einfach gerührt“, sagte Brigitte Frie im WN-Gespräch.
Planmäßig um 3.35 hob am 18. Januar das Flugzeug in Damaskus mit Rafah und Bese ab. Trotzdem warteten Onkel Mohamed und ein Vertreter der Stiftung in Frankfurt vergeblich auf die beiden. Die Flughafenpolizei startete eine Suchaktion. Was war passiert? Mutter Bese hatte in ihrer Aufregung Ticket und Reisepass liegenlassen, wusste nicht wohin. Gegen 13 Uhr wurde die kleine Patientin endlich mit ihrer Mutter gefunden. Eine Stunde später begannen die Voruntersuchungen in der Klinik in Mainz.
Gesund ist Rafah aber auch nach erfolgreicher Operation immer noch nicht. Wohl durch eine Blutübertragung in ihrer Heimat hat die Kleine eine Hepatitis vom Typ C bekommen. Die muss noch auskuriert werden.
Die Initiatorin der Hilfsaktion sagt im Namen der betroffenen Familie allen Mitwirkenden ganz herzlich Danke. Als kleines Zeichen ihrer Dankbarkeit bekommen alle demnächst „himmlische“ Post. Sie erhalten einen kleinen Engel als Schlüsselanhänger. . .
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